Ausflug in die Prähistorie -
Urlaub in der Dordogne (Frankreich)
von Dr. Thomas Witzke

 


Im Folgenden sollen die während eines Urlaubs in der Dordogne im August 2002 besuchten Höhlen (Villars, Bara-Bahau, St. Cirq, Rouffignac, Bernifal, Teyjat), Abris und Ausgrabungsstellen sowie Lascaux II, in etwa geordnet nach dem Alter der Malereien, Gravuren oder Funde vorgestellt werden.

In der Region zwischen Perigeux und Sarlat, speziell um Montignac und Les Eyzies gibt es zahlreiche Höhlen und Abris (Felsüberhänge), die mit prähistorischen Malereien und Gravuren versehen sind. Außerdem wurden in der Region zahlreiche mittel- bis jungpaläolithische Kulturstufen für den europäischen Raum definiert.
Einige Höhlen sind massentouristische Objekte (Lascaux II, Rouffignac, Villars), andere sind Touristen kaum bekannt (St. Cirq, Bara-Bahau, Bernifal), und zum Teil gibt es erhebliche Zugangsbeschränkungen (Font-de-Gaume, Combarelles, Teyjat). Die kleineren Höhlen liegen meist auf Privatgelände und werden meist als Familienbetrieb geführt.
Obwohl die ganze Region fast nur von Tourismus lebt, wird ein Teil der Führungen nur in französisch gehalten.

Die Maßnahmen zum Schutz der prähistorischen Malereien und Gravierungen sind unterschiedlich, aber in den meisten Fällen recht gut. Besuche sind nur mit Führung gestattet. Bei entsprechenden Kontakten könnten vielleicht in einigen größeren Höhlen speläologische Touren ohne Führung möglich sein. In den kleineren Höhlen, wo sich die Malereien zum Teil nur auf den ersten Metern finden, würden solche Touren sowieso wenig Sinn machen.
In allen Höhlen mit prähistorischen Malereien und Gravierungen ist fotografieren verboten. Aus diesem Grund wurde der Bericht auch z.T. mit Bildern aus anderen Quellen versehen.

Immer noch rätselhaft sind die Gründe für die Malereien oder Gravuren. Die verbreitete These von einem Jagdzauber ist nur sehr bedingt haltbar, da die Tiere, die hauptsächlich gejagt wurden (Rentiere) kaum dargestellt sind, während die Tiere, die fast nie oder nur selten gejagt wurden, häufig dargestellt wurden (Mammut, Bison, Pferde usw). Schwer vorstellbar wäre auch, daß Jagdzauber-Zeremonien unter dem großen Deckenfries in Rouffignac stattgefunden haben sollen, bei nur 60 cm Abstand zwischen Boden und Decke. Bemerkenswert ist auch, daß sich einige der Malereien sehr weit im Inneren der Höhlen (1 km und mehr) befinden oder nur schwer zu erreichen sind. Einige der Höhlen oder Bereiche scheinen auch nur einmal vom Künstler besucht worden zu sein und danach nie wieder. Offenbar reichte den Menschen die Kenntnis, daß sich tief in der Höhle eine Kultstätte befindet.
Schwer deutbar sind auch die Gravuren, die sich oft zu einem Gewirr von Linien überlagern. Denkbar wäre, daß hier Rituale stattgefunden haben, bei denen etwas über die betreffenden Tiere erzählt wurde. Zur Unterstützung könnten die Gravuren gedient haben, wobei sie nur in dem Moment der Erzählung wichtig waren und deshalb auch Andeutungen der Tiere ausreichten.
Besonders rätselhaft sind die Zeichen (Anordnungen von Punkten, tektiforme Zeichen usw.) deren Bedeutung sich dem heutigen Verständnis fast völlig entzieht.


01-Le Moustier

Für Vergrößerung anklickenAbri Le Moustier, Le Moustier bei Les Eyzies. Wohnstätte von Neandertalern, Mittelpaläolithikum (Mousterien).
Typlokalität für das Mousterien, eine Kulturstufe des Paläolithikums für Europa, von etwa 115.000 bis 35.000 b.p. Die Grabungsstelle im Dorf Le Moustier, nur wenige Meter von der Kirche entfernt, ist von außen einsehbar.
Fundstelle eines Neandertalerskelettes und von Feuersteinwerkzeugen. Der Abri war während der ersten Stadien der Würm-Eiszeit (ca. 100.000 b.p.) bewohnt, sowie kurzzeitig bis etwa 32.000 b.p. während des Perigordien und Auricnacien vom Cro-Magnon-Menschen.
Ob es sich bei dem Neandertaler um eine eigene Art (Homo neandertalensis) oder um eine Unterart handelt (Homo sapiens neandertalensis), ist nach wie vor umstritten. Der Neandertaler, ein stämmig gebauter, kälteadaptierter Menschentyp, entwickelte sich in Europa und wurde später vom eingewanderten Cro-Magnon-Menschen verdrängt oder ohne wesentliche Spuren zu hinterlassen assimiliert.


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02-Le Moustier
Grabungsstelle Abri Le Moustier, mit Profil.


03-Regourdou

Für Vergrößerung anklickenRegourdou bei Montignac. Grab eines Neanderthalers, Mittelpaläolithikum, ca. 70.000 Jahre alt.
Etwa 500 m von der Höhle von Lascaux entfernt wurde unter einem eingestürzten Abri 1957 das Grab eines Neanderthalers gefunden, unmittelbar neben Bärenskeletten. Das Grab befand sich in einer Grube, die an einer Seite von einer Steinmauer begrenzt wurde. Eine große Steinplatte bedeckte den Rumpf. Grabbeigaben waren nicht vorhanden und sind auch aus anderen Neandertaler-Gräbern nicht bekannt. In einer benachbarten, ebenfalls mit einer Steinplatte abgedeckten Grube befand sich ein Skelett eines Braunbären. Vermutet wird, daß hier ein Bärenkult existierte. Bei dem begrabenen Neanderthaler dürfte es sich wohl um eine bedeutende Persönlichkeit gehandelt haben.
Es soll sich hier um das älteste nachgewiesene echte Begräbnis eines Menschen handeln. Inwieweit dies zutrifft, ist mir nicht bekannt, mit Sicherheit handelt es sich jedoch um eines der ältesten Begräbnisse.
Das Grab wurde zufällig gefunden, als der Besitzer des Geländes Grabungen veranstaltete, um nach einem zweiten Zugang zu der Höhle von Lascaux zu suchen.


04-Abri Cro Magnon

Für Vergrößerung anklickenAbri Cro Magnon, Les Eyzies. Jungpaläolithikum (Aurignacien).
Namensgebende Fundstelle für den Cro-Magnon-Menschen, der frühen Form des Homo sapiens sapiens. Der Abri befindet sich direkt hinter dem Hotel Cro Magnon am Bahnhof von Le Eyzies und stellt sich heute recht unspektakulär dar. Der Abris war ursprünglich viel tiefer und größer. Bei den Ausgrabungsarbeiten ist jedoch ein Teil des Vordaches eingestürzt. Besiedelt wurde die Stelle von etwa 30.000 bis 25.000 (b.p. oder v.d.Z. ?) während des Aurignacien. Als der Abri sich durch Besiedelung und Sedimentation zu sehr verkleinerte, wurde er zuletzt als Grabstätte genutzt, darunter für den berühmten "Alten von Cro Magnon", ein etwa 50 Jahre altes Individuum.


05-Abri Blanchard Gravur

Für Vergrößerung anklickenAbri Blanchard, Castel-Merle, Sergeac bei Montignac. Jungpaläolithikum (Aurignacien).
Diese auf etwa 34.000 b.p. geschätzte, schlecht erhaltene Gravur eines Pferdes in einem Kalksteinblock stammt aus dem Abri Blanchard und ist heute am benachbarten Abri Reverdit aufgestellt, leider ohne wesentlichen Schutz der Witterung ausgesetzt.


06-Abri Blanchard Malerei

Für Vergrößerung anklickenAbri Blanchard, Castel-Merle, Sergeac bei Montignac. Jungpaläolithikum (Aurignacien).
Fragment eines bemalten Gewölbes, bereits während des Aurignacien eingestürzt. Wahrscheinlich eine Pferdedarstellung, etwa 30.000 Jahre alt. Gilt als älteste erhaltene Malerei der Welt. Heute aufgestellt im Museum von Perigeux. (Foto www.europreart.net)


07-Abri Pataud

Für Vergrößerung anklickenAusgrabungsstelle Abri Pataud, Les Eyzies. Jungpaläolithikum.
In der für Besucher zugänglichen Ausgrabungsstelle Abri Pataud sind datierte Schichten mit Funden des Auricnac (31.680 v.d.Z.) bis Solutreen (18.450 v.d.Z.) zu sehen.


08-Abri Pataud

Für Vergrößerung anklickenAusgrabungsstelle Abri Pataud, Les Eyzies. Jungpaläolithikum.


09-Abri Pataud Gravur

Für Vergrößerung anklickenAusgrabungsstelle Abri Pataud, Les Eyzies. Jungpaläolithikum (Gravettien).
Gravur eines Vulva-Symbols in einem Kalksteinblock, datiert auf etwa 18.600 v.d.Z (Gravettien, Perigordien VII). Die Gravur befindet sich auf der Rückseite des Blockes und ist vom Laufsteg aus nur über einen Spiegel zu sehen, was das Fotografieren sehr erschwert.


10-Abri Labattut Pferd
Abri Labattut, Castel-Merle, Sergeac bei Montignac. Jungpaläolithikum (Gravettien).
Etwa 20.000 Jahre alte Gravur eines Pferdes aus dem Abri Labattut. Heute ausgestellt im benachbarten Abri Blanchard.



11-Abri Labattut Hand
Abri Labattut, Castel-Merle, Sergeac bei Montignac. Jungpaläolithikum (Gravettien).
Etwa 20.000 Jahre alte Negativhand. Erzeugt durch Auflegen der Hand auf das Gestein und Aufsprühen von Farbe.


12-Abri Labattut Vulva

Für Vergrößerung anklickenAbri Labattut, Castel-Merle, Sergeac bei Montignac. Jungpaläolithikum (Gravettien).
Gravur eines Vulva-Symbols auf einem Kalksteinblock. Heute ausgestellt im Abri Blanchard.


13-Abri Movius, Pataud

Für Vergrößerung anklickenAbri Movius, Museum Pataud, Les Eyzies. Jungpaläolithikum (Solutreen).
Relief eines Alpensteinbocks an der Firste des Abri Movius, etwa 18.000 - 19.000 b.p. Erst 1986 in einem ehemals als Weinkeller genutzten Abri entdeckt, in dem sich heute das sehr schön gestaltete Museum Pataud befindet. Das Relief ist fast 40 cm groß. (Foto www.europreart.net)


14-Lascaux
Lascaux, Montignac. Jungpaläolithikum (älteres Magdalenien).
Über Lascaux gibt es reichlich Literatur, so daß hier nur kurze Angaben notwendig sind. Die Malereien in der Höhle dürften wohl zu den schönsten und umfangreichsten prähistorischen Werken gehören. Die Malereien und Gravuren konnten durch umfangreiche archäologische Befunde auf etwa 17.000 b.p. datiert werden.
Die Originalhöhle ist nicht mehr öffentlich zugänglich. Nachdem sie durch den Besucherverkehr stark gelitten hat, wurde sie 1963 geschlossen. Aus konservatorischen Gründen dürfen maximal an drei Tagen in der Woche je 5 Personen für 35 Minuten die Höhle betreten - die Techniker für Messungen von CO2 und Luftfeuchte, Wissenschaftler usw.).
Um der Öffentlichkeit trotzdem die Malereien präsentieren zu können, wurde 1984 ein originalgetreuer Nachbau (Lascaux II) der ersten beiden Sääle eröffnet, der auch die meisten Malereien enthält.
Erfreulich ist, daß dem Besucher hier nicht etwas vorgemacht wird, sondern in einem Vorraum die Gründe für die Schließung der Höhle sowie die Konstruktion der Kopie veranschaulicht werden. Eintrittskarten sind nur in Montignac erhältlich, nicht aber an Lascaux II.
Das Bild zeigt das rätselhafte Tier, meist als "Einhorn" bezeichnet (obwohl es zwei Hörner hat), am Beginn des Saales. Über das Tier ist viel spekuliert worden. Da es sich am Beginn der Höhle befindet, könnte es sich um ein Fabelwesen mit Wächterfunktion handeln, nach einer anderen Vermutung könnte es sich um ein nur nach mündlicher Überlieferung gezeichnetes Tier handeln. (Foto www.culture.fr/culture/arcnat/lascaux).


15-Lascaux
Stierdarstellung. (Foto www.culture.fr/culture/arcnat/lascaux).


16-Lascaux
Stierdarstellung. (Foto www.culture.fr/culture/arcnat/lascaux).


17-Lascaux
Stiere, Pferde und ein rätselhaftes Zeichen. (Foto www.culture.fr/culture/arcnat/lascaux).


18-Lascaux
Pferdedarstellung. (Foto www.culture.fr/culture/arcnat/lascaux).


19-Lascaux
Steinböcke, Pferde und ein rätselhaftes Zeichen. (Foto www.culture.fr/culture/arcnat/lascaux).


20-Lascaux
Zwei rätselhafte, mehrfarbige Zeichen. Die Zeichen sind besonders faszinierend, da sie abstrakte Symbole darstellen, deren Bedeutung vollkommen unbekannt ist. Die Zeichen sind außerhalb des Bereiches der Kopie und in Lascaux II deshalb nicht zu besichtigen. (Foto www.culture.fr/culture/arcnat/lascaux).


21-Lascaux
Die berühmte Szene mit dem Bison und dem Mann. Ein verwundetes Bison mit herausquellenden Eingeweiden und gesenktem Kopf , davor ein liegender Mann mit Vogelkopf und erigiertem Penis, daneben ein Stab mit Vogel sowie ein Wollnashorn . Die Szene liegt außerhalb des Bereiches der Kopie, in einem etwa 8 Meter tiefen Schacht. Da es der am schwierigsten zu erreichende Teil der Höhle ist und danach auch keine Zeichnungen mehr folgen, dürfte dieser Szene eine besondere kultische Bedeutung zukommen. (Foto www.culture.fr/culture/arcnat/lascaux).


22-Lascaux
Detail der Szene mit dem Bison und dem Mann. (Foto www.culture.fr/culture/arcnat/lascaux).


23-Grotte de Villars

Für Vergrößerung anklickenGrotte de Villars, Villars, SE von Nontron. Jungpaläolithikum (älteres Magdalenien).
Die Höhle wurde 1953 entdeckt, die Malereien 1958. Insgesamt sind 19 Darstellungen vorhanden, darunter Pferde, Stiere und die berühmte Darstellung einer anthropomorphen Figur (meist als Zauberer bezeichnet) mit vorgereckten Armen gegenüber einem anstürmenden Bison. Diese nur wenige cm große Szene ist außerordentlich eindrucksvoll, vor allem, wenn man weiß, daß sie sich in einer versteckten und für den Künstler nur schwer erreichbaren Kammer befindet und deshalb zweifellos eine besondere kultische Bedeutung haben mußte, vergleichbar der Szene in Lascaux. Von dieser Kammer wurde jedoch ein künstlicher Ausgang für die Touristen angelegt, was den Eindruck schmälert. Die Zeichnungen sind z.T. stark von Calcitsinter überkrustet und deshalb schwer zu erkennen. Neben Tierdarstellungen finden sich auch einige nicht deutbare Zeichen. In der Höhle wurden ausschließlich Malereien entdeckt, keine Gravuren. Die Malereien wurden mit Manganoxid vorgenommen.
Die Höhle wurde für den Massentourismus hergerichtet. Neben Tropfsteinbildungen und Malereien sind auch Kratzspuren von Höhlenbären zu sehen.
Das Bild zeigt eine Pferdedarstellung.


24-Grotte de Villars
Für Vergrößerung anklickenGrotte de Villars, Villars, SE von Nontron. Jungpaläolithikum (älteres Magdalenien).
Die berühmte Szene "das Bison und der Zauberer". (Foto www.europreart.net)


25-Grotte de Villars
Für Vergrößerung anklickenGrotte de Villars, Villars, SE von Nontron.
Kratzspuren von Höhlenbären. Die Spuren sind erheblich älter als die Malereien.


26-St. Cirq
Für Vergrößerung anklickenGrotte de St. Cirq, St. Cirq bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (älteres und mittleres Magdalenien).
Die Grotte Saint Cirq bei Les Eyzies liegt nur wenig abseits der Touristenzentren, wird aber trotzdem kaum besucht, vermutlich weil sie in den gängigen Reiseführern nicht erwähnt wird. Bei unserem Besuch haben wir zu viert eine Führung durch die kleine Höhle bekommen.
Im Eingangsbereich finden sich etwa 17.000 Jahre alte Gravuren (Pferde und Bison) des älteren Magdalenien, in einem hinteren Teil etwa 15.000 Jahre alte Gravuren (Menschendarstellung, Steinbock, Bison, Pferd, Zeichen) des mittleren Magdalenien.
Das Bild zeigt eine Pferde-Gravur aus dem älteren Magdalenien.


27-St. Cirq
Grotte de St. Cirq, St. Cirq bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (älteres Magdalenien).
Pferde-Gravur aus dem älteren Magdalenien im Eingangsbereich der Höhle. (Foto www.europreart.net)


28-St. Cirq
Grotte de St. Cirq, St. Cirq bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (älteres Magdalenien).
Unvollständig erhaltene Bison-Gravur aus dem älteren Magdalenien im Eingangsbereich der Höhle. (Foto www.europreart.net)


29-St. Cirq
Grotte de St. Cirq, St. Cirq bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Die berümteste Gravierung aus der Höhle St. Cirq, eine stilisierte Menschendarstellung, oft als "Zauberer" bezeichnet. Die Bedeutung ist unbekannt. Bemerkenswert sind das karrikierte Gesicht und der cerigierte Penis. Menschendarstellungen in der prähistorischen Kunst sind sehr selten. Die Gravierung findet sich im hinteren Winkel in der Decke. Sie wird von einigen Tiergravuren, Dreieckszeichen und zwei humanoiden Köpfen begleitet. Die Dreieckszeichen werden als weibliche Symbole gedeutet. (Foto www.europreart.net)


30-St. Cirq
Für Vergrößerung anklickenGrotte de St. Cirq, St. Cirq bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Die Menschendarstellung mit weiteren Gravuren im Umfeld. Etwas unterhalb ist ein Dreieckszeichen und ein Bisonkopf zu sehen (vgl. Bild 31).


31-St. Cirq
Grotte de St. Cirq, St. Cirq bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Bisonkopf und Dreieckszeichen in der Nähe des "Zauberers" im hinteren Teil der Höhle. (Foto www.europreart.net)


32-St. Cirq
Grotte de St. Cirq, St. Cirq bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Tiergravur und humanoider Kopf neben weiteren Zeichen im hinteren Teil der Höhle. (Foto www.europreart.net)


33-Cap Blanc
Für Vergrößerung anklickenAbri Cap Blanc bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
1909 wurde unter einem verschüttetet Abri ein beeindruckender Fries von über 15 m Länge mit Tierhalbplastiken freigelegt, der wohl zu den schönsten prähistorischen Kunstwerken zählt. Er wird auf etwa 15.000 b.p. datiert. Zu sehen sind 14 Darstellungen von Pferden und Bisons, die bis zu 2 m Größe erreichen können. Ursprünglich war der Fries rötlich bemalt, die Farbreste sind jedoch bei einem Reinigungsversuch verloren gegangen.
Der Abri war im mittleren Magdalenien bewohnt und in dieser Zeit wurde auch der Fries geschaffen. Unbekannt ist, warum sich das Werk, für das eher eine magische Bedeutung zu vermuten ist, praktisch mitten in der Wohnung befand.
Der Abri ist keute komplett umbaut, um das zum Weltkulturerbe der UNESCO zählende Werk vor Witterungseinflüssen und Beschädigungen zu schützen. (Foto www.europreart.net)


34-Cap Blanc
Für Vergrößerung anklickenAbri Cap Blanc bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
(Foto www.europreart.net)


35-Cap Blanc
Für Vergrößerung anklickenAbri Cap Blanc bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Die wohl schönste Darstellung, ein über 2 m großes Pferd. (Foto www.europreart.net)


36-Cap Blanc
Für Vergrößerung anklickenAbri Cap Blanc bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Ein Pferdekopf, überlagert von einem Bisonkopf. (Foto www.europreart.net)


37-Reverdit Bison
Für Vergrößerung anklickenAbri Reverdit, Castel-Merle, Sergeac bei Montignac. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Ähnlich wie im Abri Cap Blanc sind hier Halbplastiken von Bisons, einem Pferd und einem fraglichen Bären zu sehen, allerdings sind diese erheblich schlechter erhalten und wurden außerdem bei den ersten Ausgrabungsarbeiten um 1880 stark beschädigt. Außerdem sind einige Zeichen vorhanden.
Auf dem Foto ist die schlecht erhaltene Skulptur eines Bisons zu erkennen.


38-Reverdit Kreuz
Für Vergrößerung anklickenAbri Reverdit, Castel-Merle, Sergeac bei Montignac. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Schwer erkennbares kreuzförmiges Zeichen (zwischen den weißen Balken) mit unbekannter Bedeutung auf dem Rücken eines Pferdes.


39-Reverdit Baer
Für Vergrößerung anklickenAbri Reverdit, Castel-Merle, Sergeac bei Montignac. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Schlecht erhaltener Tierkopf, wird als Kopf eines Bären gedeutet.


40-Bara-Bahau Pferd
Für Vergrößerung anklickenGrotte Bara-Bahau, Le Bugue bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Obwohl ebenfalls nicht weit vom Touristenzentrum Les Eyzeis liegt, wird sie nur wenig besucht. Bei unserem Besuch haben wir zu zweit eine Führung erhalten.
Die Höhle enthält etwa 14.000 Jahre alte Gravuren von Pferd, Bison, Auerochse, Hirsch, Menschenhänden, einem Phallus und weiteren Zeichen. Daneben sind zahlreiche Kratzer von Klauen von Höhlenbären zu sehen, die erheblich älter (ca. 35.000 Jahre b.p.) als die Gravuren sind. Die Gravuren befinden sich in einem Saal etwa 100 Meter vom Eingang entfernt.
Das Bild zeigt eine Pferde-Gavur. (Foto www.europreart.net)


41-Bara-Bahau
Für Vergrößerung anklickenGrotte Bara-Bahau, Le Bugue bei Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Tiergravur. (Foto www.europreart.net)


42-Bernifal
Für Vergrößerung anklickenGrotte der Bernifal, SE von Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Die Grotte de Bernifal liegt in der Nähe der Straße von Les Eyzies nach Sarlat im Wald. Sie ist für Besucher zugänglich, ist aber offenbar den meisten Touristen nicht bekannt. Während der Öffnungszeiten dürfen maximal 2 x 15 Personen pro Stunde die Höhle besuchen. Voranmeldungen gibt es nicht. Wenn zuviele Besucher warten, hat man einfach Pech gehabt.
Die Höhle wurde 1902 entdeckt. In zwei Sälen, die durch einen niedrigen Gang verbunden sind, finden sich Malereien und Gravuren. Insgesamt gibt es etwa 50 Tierdarstellungen, darunter Mammuts, Pferde, Bisons, Auerochsen und Hirsche. Zum Teil sind die Tiere nur angedeutet. Oft werden natürliche Tropfsteinformationen einbezogen und mit wenigen Strichen oder Gravuren zu einem Bild ergänzt. Daneben sind etliche tektiforme Zeichen unbekannter Bedeutung vorhanden.
Das Bild zeigt eine Mammut-Zeichnung. (Foto www.europreart.net)


43-Bernifal
Für Vergrößerung anklickenGrotte der Bernifal, SE von Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Die Tropfsteinformation links unten im Bild ähnelt einem Mammut, nicht zufällig finden sich dazu zwei gezeichnete Mammut-Rückenlinien oberhalb davon an der Decke in mehreren Metern Höhe. Eine der Zeichnungen ist vom Schein der Taschenlampe überdeckt, die zweite ist links davon (Pfeil) zu erkennen.


44-Bernifal
Für Vergrößerung anklickenGrotte der Bernifal, SE von Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Zeichnung von Mammutgravuren in Verbindung mit tektiformen Zeichen.
(Zeichnung www.europreart.net)


45-Bernifal
Für Vergrößerung anklickenGrotte der Bernifal, SE von Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Gravur eines tektiformen Zeichens unbekannter Bedeutung. (Foto www.europreart.net)


46-Bernival
Für Vergrößerung anklickenGrotte der Bernifal, SE von Les Eyzies. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Zeichnung eines tektiformen Zeichens mit unbekannter Bedeutung. Es wird oft als Hüttenzeichen bezeichnet, stellt aber sicher keine Hütte dar. Es wurde mit einer Punkttechnik gemalt. (Foto www.europreart.net)


47-Rouffignac
Für Vergrößerung anklickenGrotte de Rouffignac. Rouffignac. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Die Höhle ist schon seit langem bekannt, die erste Erwähnung von Tierzeichnungen findet sich in der Literatur schon 1575. Insgesamt gibt es 219 Tierbilder, davon alleine 154 Mammuts, weiterhin Bisons, Pferde, Steinböcke, Nashörner und ein Bär. Außerdem gibt es anthropomorphe Figuren, tektiforme Zeichen und mäandrische Linien. Obwohl die Höhle vor etwa 13.000 Jahren von den Künstlern häufig frequentiert worden sein muß, haben sie bis auf einen beschlagenen Feuerstein keine materiellen Spuren hinterlassen, so daß eine Datierung nur durch Stilvergleiche erfolgen konnte.
Die Höhle enthält zahlreiche beeindruckende Malereien und Gravuren, darunter ein Fries mit Mammuts, ein Fries mit Wollnashörnern und eine große Deckenkomposition mit 63 Tierdarstellungen, letztere etwa 1 km weit in der Höhle.
Die Höhle ist für den Tourismus hergerichtet und wird mit einer kleinen Elektrobahn befahren. Auch wenn dies zunächst seltsam anmutet, scheint dies eine praktikable Lösung zu sein, um einem größeren Besucherkreis die Malereien zu zeigen, gleichzeitig von den Wänden fernzuhalten und so Beschädigungen zu verhindern und auch in einer vernünftigen Zeit 1 km weit in Höhle zu gelangen. Voranmeldungen für Karten gibt es nicht, und da pro Stunde nur zwei der kleinen Bahnen fahren, kann es für Besucher zu langen Wartezeiten kommen.
Das Bild zeigt ein Wollnashorn. (Foto www.europreart.net)


48-Rouffignac
Für Vergrößerung anklickenGrotte de Rouffignac. Rouffignac. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Ausschnitt aus der etliche 10er Quadratmeter großen, halbkreisförmigen Deckenkomposition, etwa 1 km in der Höhle. Pferde und Steinböcke sind besonders angeordnet. Zum Zeitpunkt der Malereien war der Boden nur 60 cm von der Decke entfernt, so daß die Malerei nie in ihrer Gesamtheit betrachtet werden konnte. (Foto www.europreart.net)


49-Rouffignac
Grotte de Rouffignac. Rouffignac. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Zwei sich gegenüber stehende Mammuts. (Foto www.grottederouffignac.fr)


50-Rouffignac
Grotte de Rouffignac. Rouffignac. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Gravur eines Mammuts. (Foto www.grottederouffignac.fr)


51-Rouffignac
Für Vergrößerung anklickenGrotte de Rouffignac. Rouffignac. Jungpaläolithikum (mittleres Magdalenien).
Mäandrische Linien. (Foto www.europreart.net)


52-Teyjat
Für Vergrößerung anklickenGrotte de la Mairie de Teyjat, Teyjat bei Nontron. Jungpaläolithikum (jüngeres Magdalenien).
Die Besuch der Höhle ist aus konservatorischen Gründen streng limitiert. Die Höhle ist lediglich an 8 Tagen im Jahr für Besucher zugänglich, und es gibt maximal 7 Führungen von 15 Minuten Dauer für jeweils 5 Personen pro Tag. Die Anmeldung ist nur im rund 100 km entfernten Les Eyzies möglich, nicht aber in dem sehr schön eingerichteten kleinen Museum an der Höhle.
Die Höhle enthält auf den ersten Metern auf abgestürzten Kalksteinblöcke in eine Schicht von dünnem Kalksinter sehr fein geritzte Gravuren von etwa 5 - 40 cm Größe. Die Bilder sind von fast fotografischem Realismus und von außerordentlicher Schönheit. Insgesamt gibt es 48 Tierdarstellungen (Hirsche, Rentiere, Pferde, Auerochsen, Bison, Bären). Die Gravuren sind etwa 12.000 Jahre alt.
Das Bild stellt einen weiblichen Auerochsen dar, gefolgt von einem männlichen Tier.


53-Teyjat
Für Vergrößerung anklickenGrotte de la Mairie de Teyjat, Teyjat bei Nontron. Jungpaläolithikum (jüngeres Magdalenien).
Kopf des männlichen Auerochsen. (Foto www.europreart.net)


54-Teyjat
Für Vergrößerung anklickenGrotte de la Mairie de Teyjat, Teyjat bei Nontron. Jungpaläolithikum (jüngeres Magdalenien).
Gravur eines Bisons. Bemerkenswert ist eine Linienverdoppelung, die vielleicht eine Bewegung darstellen soll. (Foto www.europreart.net)


Weitere Hinweise für Besucher in der Region:
Für die Höhlen Font-de-Gaume und Combarelles bei Les Eyzies, beide mit sehr schönen Malereien und Gravuren, gibt es ebenfalls drastische Zugangsbeschränkungen. Es empfiehlt sich eine Anmeldung mindestens einen Monat vorher an der Höhle Font-de-Gaume (für beide). Während unseres Urlaubs waren die Höhlen leider schon ausgebucht gewesen. Die Höhle La Greze, ebenfalls in der Nähe von Les Eyzies, ist gelegentlich nach Voranmeldung über das Museum in Les Eyzies zugänglich, wie nach hartnäckigem Nachfragen zu erfahren war, leider war es dafür im Urlaub zu spät. Abri Le Poisson, bei Les Eyzies, mit der Gravur eines etwa 1 m großen Lachses, ist nach Voranmeldung zu besichtigen, war aber diesen August außerplanmäßig geschlossen.